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Am 14.03.2009 trafen sich unsere 8 Gründungsmitglieder, welche
alle bereits zunfterfahren sind, in unserem vorerst kleinen Vereinsheim Flugplatzweg in Bremgarten. Der erste große Schritt war also geschafft, wir hatten die ersten Mitglieder und der Vorstand war auch standhaft.

Die Gestaltung unseres Häs war die nächste Hürde, welche allerdings gleich einstimmig beschlossen war: schwarz-türkis soll unser Hexenkleid werden. Zwei Farben, welche sich voneinander abheben und richtig auffallen. Es wurde sodann ein schwarzer Rock mit einer schwarezen Bluse geschneidert und als i-Tüpfelchen ein türkiser Schurz mit türkisenem Schultertuch gestaltet.

Natürlich braucht unsere Hexe auch ein Gesicht. Und das hat sie von unserem Maskenschnitzer auch bekommen. Eine wunderschöne Holzmaske in leicht gräulichem Ton mit dunklem Pferdehaar und schwarzem Kopftuch.

Nachdem nun alles vorhanden war (Mitglieder, Vorstand, Häs, Maske) sind die Wii’stetter Hexe Bremgarten ins Leben gerufen worden. Das "e.V." folgte direkt danach, so dass aus unserer erst "wilden" Zunft ein toller Verein wurde und nach wie vor ist.

Die Zunft wächst und gedeiht mit immer neuen Mitgliedern und auch "kleine" Hexen sind total begeistert von uns.
 


Historie

Die Hexenverfolgung ereignete sich ca. 1450-1792 (europaweit). Der Höhepunkt des Hexenwahns lag zwischen 1625 und 1630. Während dieser 5 Jahre wurde fast 1/20 der europäischen Bevölkerung auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die letzte deutsche Hexenvernich-tung ereignete sich 1775.Aber wie war die genaue Definition einer Hexe?

Die typische Hexe, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, war meist weiblich, alt und arm. Je „häßlicher" jemand war, je mehr Muttermale jemand hatte, desto größer wurde die Chance, als Hexe bezichtigt zu werden.

Die  sog. „Hexenbezichtiger“ kamen meist aus wohlhabendem Umfeld. Sie waren fast immer männlich, reich sozial integriert und ständisch gehoben. Ihnen selbst konnte man nichts anhaben, die reichen Bürger waren mittels großzügiger Spenden an Kirche und Richter unbelangbar. Der Grund und Boden der Armen wurde nach ihrem Tod an die Oberschicht der Region verteilt. Der damals gängige Satz: "Stets hänge man die Armen und gebe Haus und Hof an die Reichen." zeigt, aus welchem Grund „Hexen" getötet wurden. Auch unlieb gewordene Ehefrauen und ungewollte Minderheiten sind so beseitigt worden.

Hexen waren Frauen, die nachts in abgelegenen Waldstücken dämonische Messen abhielten und dabei den Teufel anbeteten, der ihnen meistens in Form eines Bockes, Rehs oder eines Esels erschien. Sie schlachteten und brieten kleine Kinder, um Satan zu ehren oder um diverse Zaubersprüche in die Tat umzusetzen. Man glaubte auch, dass Hexen mit Vorliebe kurz vor der Erntezeit Hagelschauer zauberten, um die Ernte der Bauern zu zerstören, außerdem verhexten sie Kühe und Rinder, jegliches Nutzvieh, verdarben Butter und Milch und stahlen ganze Wintervorräte.

Man erklärte viele Verhaltensweisen von Hexen damit, dass alle Hexen gierig und neidisch auf andere waren und sich auf diese Art rächen wollen. Oft schnitt man aber die Definitionen so zusammen, dass sie auf möglichst viele Frauen gleichzeitig passte.

Nichts war leichter, als jemanden in der damaligen Zeit als Hexe auf den Scheiterhaufen zu bringen. Es genügte zu beteuern, man habe sie nachts merkwürdige Dinge tun sehen, oder man sagte, dass eben diese Person einen Fluch über jemanden gelegt hatte. Selbst die Aussage von Kindern und sogar von Verbrechern wurde direkt zu Todesurteilen für die Betroffenen. Schnell erkannte man, dass sich dieses Handeln gut gegen Feinde oder Menschen, die eine gewisse Konkurrenz darstellten, einsetzen konnte. Dieses gegenseitige Bezichtigen forcierte das Ausbreiten des Hexenwahns wie ein Lauffeuer. Einige Richter sollen bis zu 1000 Menschen pro Jahr zum sofortigen Tode verurteilt haben.

Hatte man erst einmal eine Hexe gefangen, musste man beweisen, dass sie auch wirklich eine Hexe war. Entscheidend hierfür war die sog. Hexenprobe.

1. Die Wasserprobe
Man band die zu testende Person an Händen und Füßen fest, so dass sie sich nicht mehr bewegen konnte, dann warf man sie ins Wasser. Ertrank sie, war sie zwar tot, aber man wusste, dass die Person keine Hexe gewesen war. Blieb sie aber oben, konnte das nicht mit rech-ten Dingen vorgehen. Sie war also eine Hexe und musste sterben.
Man erklärte dies folgendermaßen:
Da Jesus Christus im Jordan getauft wurde, und sich dieses Wasser mittlerweile auf der ganzen Welt verteilt hat, ist es heilig. Heiliges Wasser nimmt nur „reine" Personen in sich auf. Blieb sie an der Oberfläche, war sie mit dem Teufel verbündet.

2. Die Nadelprobe
Man suchte nach einem großen Muttermal und stach mit einer Hexennadel hinein. Wenn Blut floss, war dies ein Zeichen der Reinheit, wenn nicht, war man (so gut wie) tot. Die sog. „Hexennadel" war allerdings so präpariert, dass durch eine Metallfeder im Inneren des Schafts die Nadel in den Griff gedrückt wurde, ohne den Probanden zu verletzen. Quellen belegen, dass bei dieser Probe noch nicht ein einziges Muttermal geblutet haben soll.

3. Die Wägeprobe
Man setzte je nach Geschlecht ein bestimmtes Gewicht voraus, das ein Mensch haben durfte. Die Testpersonen durften nach der Waage nur 5 kg weniger wiegen. Waren sie leichter als das vorgegebene Gewicht, waren sie eine Hexe und wurden verbrannt. Waren sie schwerer, hatten sie die Waage verhext und wurden ebenfalls verbrannt. Genaue Angaben über das vorbestimmte Gewicht lassen sich leider nicht genau festlegen, da es von Region zu Region variierte.

4. Das Geständnis
Es kam äußerst selten vor, dass Geständnisse grundlos abgelegt wurden, meistens wurden sie durch die Folter erzwungen. Hatte man aber wirklich alle Vorwürfe gestanden, durfte man mit einer Strafmilderung rechnen. Im Klartext hieß dies, dass man nicht mit erleben musste wie man verbrannt wurde, denn man wurde vor der Verbrennung stranguliert. Meist wurde auch eine große Anzahl von Mitschuldigen angegeben. Sei es weil man nicht allein auf dem Scheiterhaufen stehen wollte, während die „Feinde" bei den Schaulustigen standen und sich die Hände rieben, oder weil man Personen die dem Bischof oder Richter zuwider waren vorgesagt bekam. Größtenteils war dieses Handeln aber eine Chance, um diejenigen indirekt zu töten, die für das eigene Todesurteil verantwortlich waren beziehungsweise für die Bezichtigung als Hexe.